EIN stückchen vom KUCHEN

Wohlstandsbildung unter Akademikern

Klar, wenn ein Akademiker Anfang 30 sich kritisch zum Thema Wohlstand unter Seinesgleichen äußert, mag dies zu Irritationen führen. Die einen sagen: Schau doch mal mit deinem dicken Smart-Phone, ob es nicht ne Wohlstands-App gibt!“. Die Kinder der 40er und 50er Jahre des letzten Jahrhunderts entgegnen solcherlei Kritik gerne mit Schilderungen ihrer Kindheitstage, die einiges im vermeintlich verschrobenen Weltbild wieder zurecht rücken sollen. Wieder andere mögen fragen: „Wie kann man sich angesichts Millionen von Hartz-IV-Empfängern über den mangelnden Wohlstand von Akademikern beklagen?“. Keine der genannten Positionen ist falsch, jede hat ihre Berechtigung. Ich denke aber, dass auch die Frage nach dem Stück vom Wohlstandskuchen das Akademiker heute erhalten, erlaubt ist – im Jahr 2013 sogar sein MUSS.

Mit Wohlstand meine ich einen einigermaßen sicheren, angemessen bezahlten Job, eine bezahlbare Wohnung, vielleicht einen Urlaub im Jahr, die Möglichkeit zur Gründung einer Familie oder aber gesellschaftliche Teilhabe in Form von politischem oder ehrenamtlichem Engagement sowie das Ausleben von Hobbies. Eine ausführliche Liste wäre sicher lang, aber sie führte keinerlei utopische Wünsche auf. Das, so habe ich festgestellt, scheint den Akademikern meiner Generation auch eher fern zu liegen. Die Wünsche und Ziele unterscheiden sich nicht großartig von denen unserer Eltern. Der große Kontrast liegt offenbar in deren Umsetzung.

In meinem Freundeskreis ging es in den letzten Jahren munter zu: Langjährige Partnerschaften wurden teils in Ehen verwandelt, gemeinsame Wohnungen bezogen, die ersten Kinder sind auf dem Weg oder erblickten bereits das Licht der Welt. Das Studium wurde beendet und die Jobsuche angetreten – zumeist erfolgreich. Ein ganz wesentlicher Aspekt bei diesem letztgenannten, grundsätzlich positiven Umstand: In meinem sozialen Umfeld bewegen sich sehr viele Akademiker. Die Studienrichtungen sind vielfältig: Informatiker, Lehrer, Psychologen, Chemiker, Soziologen, Politikwissenschaftler. Einige begannen 2012 ihr Berufsleben, andere behaupten sich schon seit Jahren auf dem Arbeitsmarkt. Für „uns“ Akademiker gilt offenbar nach wie vor: Mit einem erfolgreichen Studienabschluss ist die Gefahr, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein sehr gering. Die Konsequenz, dass es Akademikern gut geht und diese sich in Sachen Wohlstand keinerlei Sorgen machen müssen, ist jedoch nicht richtig – nicht mehr. Wer von uns kann sich nicht an die Worte der eigenen Eltern erinnern: „Mach das Abi, dann kannst du im Anschluss studieren. Du steigst zwar später in den Beruf ein, verdienst dann aber deutlich mehr und hast bessere Aufsteigschancen!“. Sprich: Eine gute Bildung und harte Arbeit führen zu Wohlstand und wiegen die Jahre des Verzichts („Lehrjahre sind keine Herrenjahre“) am Ende auf. Soweit zum Früher. Fakt ist auch im Heute noch: Akademiker erzielen im Schnitt höhere Löhne als Nicht-Akademiker. Akademiker haben beruflich im Schnitt größere Aufstiegs- und Entwicklungschancen als Nicht-Akademiker. Akademiker können sich im Schnitt einen größeren Wohlstand als Nicht-Akademiker leisten. Klingt doch alles prima; die Eltern behalten also Recht. Wenn bei all diesen Fakten nicht immer der Weichmacher „im Schnitt“ auftauchen würde. Denn es gibt offenbar unterschiedliche Akademiker-Typen.

Das andere Heute: Eine Studie von 2009 ergab, dass Berufseinsteiger mit akademischem Grad im Schnitt 38.000 Euro (brutto/Jahr) verdienen – rund 3160 Euro monatlich. Das würde gut klingen, gäbe es nicht so massive Unterschiede zwischen den betrachteten Branchen. Die Differenz zwischen der Top-Branche, der strategischen Unternehmensberatung (45.100 Euro) und der Flop-Branche, der Tourismus- und Freizeitbranche (31.500 Euro) ist riesig. In der Letztgenannten verdient man demnach monatlich 2625 Euro brutto. Ich verweise hier nur kurz darauf, dass die aktuelle Debatte um Altersarmut davon ausgeht, dass im gesamten Arbeitsleben monatlich mindestens 2500 Euro verdient werden müssen, um im Alter nicht in die Grundsicherung zu fallen. Da haben die Touristiker aber nochmal Glück gehabt! Nun mögen Kritiker entgegnen: „Aber das sind doch Einstiegsgehälter. Die verdienen doch später mal mehr.“. Ist dem so? Ist es nicht vielmehr Fakt, dass bereits seit gut einer Dekade effektive Lohnsteigerungen in Deutschland ausbleiben? Außerdem: Warum sollten die Steigerungen gerade in den vermeintlichen Flop-Branchen zustande kommen? Interessant ist, dass 14 Prozent aller Jungarbeitnehmer in der Studie angaben, weniger als 30.000 Euro (2.500 Euro im Monat) zu verdienen. Kürzlich sorgte ein hochqualifizierter Jungabsolvent für Aufsehen, als er an eine Nicht-Regierungs-Organisation eine „Nicht-Bewerbung“ schrieb, nachdem diese ihm für eine 40-Stunden-Woche 250 Euro als monatliche Aufwandsentschädigung bot. Pikant: Diese Nicht-Regierungs-Organisation setzt sich weltweit für faire Löhne ein. „Extremfälle!“ mögen da einige tönen. Weit gefehlt, sage ich: Bereits 2006 verdiente knapp ein Viertel der Akademiker weniger als ein durchschnittlicher Absolvent einer Berufsausbildung. Weiterhin erfasst die genannte Studie nur arbeitende Absolventen. Über arbeitslose Akademiker oder Praktikanten gibt sie keine Auskunft. Weiterhin stellt sie eine Momentaufnahme dar und es bleibt offen, von welcher Dauer der Job und damit der erfasste Lohn sind.

Akademikerbiographien sind 2013 längst brüchig geworden. Dauerpraktika, Sucharbeitslosigkeit oder Leiharbeit sind für die Bildungselite keine hohlen Phrasen mehr. 2007 nahmen 41 Prozent der Uni-Absolventen nach dem Studium mindestens ein Praktikum auf, sieben Jahre zuvor waren es nur 25 Prozent. Der Hauptgrund: die Vermeidung von Arbeitslosigkeit. Ich zum Beispiel habe Ende 2011 mein Studium abgeschlossen und arbeite seither im selben Call-Center, in dem ich bereits die letzten zweieinhalb Unijahre verbracht hatte. Ich kenne dort viele, die noch älter sind, und deren Abschluss noch länger zurückliegt, die aber nach wie vor ihre netten Stimmen in Head-Sets säuseln. Den Begriff „Studenten-Friedhof“ hört man nicht selten. Dieses Über-Wasser-Halten gelingt jedoch nicht Jedem. Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung fand heraus, dass 23 Prozent der Studenten in den ersten dreieinhalb Jahren nach dem Abschluss mindestens einmal arbeitslos wurden – und diese Zahl stammt aus einer Zeit vor der Finanzkrise.

Zum Glück klappt es am Ende doch für viele Absolventen mit dem Job, auch wenn dieser immer häufiger befristet ist. Dies führt, mit Ausnahme einiger Branchen, jedoch nicht einmal zu dezentem Wohlstand. Aus meinem Bekanntenkreis kann niemand auch nur ansatzweise die Mieten in den hippen Gegenden Berlins zahlen, ein Urlaub ist auch nicht bei allen drin, fast jeder hat zwar einen Führerschein, das Auto wird aber zumeist von den Eltern geborgt, wenn mal ein großer Einkauf ansteht. Ich zum Beispiel habe nicht einmal einen Führerschein. Der war nicht finanzierbar. 2012 bestand mein Urlaub aus einem Vier-Tages-Trip nach Rom, den mir Freundin und Schwester schenkten, und einem einwöchigen Besuch bei meinem Schwager in den Niederlanden. Mehr war nicht drin. Wie auch bei 800–900 Euro netto? Ein Smart-Phone besitze ich; das gab es zum Vertag kostenlos dazu. Ansonsten bleiben Neuanschaffungen aus: Mein Rechner ist neun Jahre alt, meine Anlage noch ein Jahr älter. Den Alterspräsidenten stellt jedoch mein Fernseher – er wird dieses Jahr volljährig. Ich brauche nicht von allem das Neueste, aber die Macken der Geräte nehmen doch erheblich zu. Auch Unternehmungen werden gut überlegt: Das Muse-Konzert wäre schon cool, aber nicht für 74 Euro pro Karte. Ein Kinobesuch zu zweit frisst auch 20-30 Euro aus der Geldbörse.

Vor fünf Jahren dachte ich noch: „Gut, die Zeiten sind andere, die Prioritäten haben sich auch verschoben. Im Vergleich zur Elterngeneration beginnt die Wohlstandsbildung bei uns offenbar um eine Dekade verspätet.“ Heute halte ich diese Einschätzung schon für zu optimistisch, war doch auch ich damals blind für Dauerpraktikanten und arbeitslose Uni-Absolventen. Darüber hinaus hieß Wohlstandsbildung bei vielen Eltern etwas anderes als bei mir – zum Beispiel Häuserbau oder -kauf mit spätestens 40. In meinem sozialen Umfeld jedoch wird niemand innerhalb der nächsten zehn Jahre ein Haus bauen oder kaufen können, selbst wenn Arbeitslosigkeit ausbleibt.

Zumal die ersten Kinder zur Welt kommen – Wie soll das funktionieren? Die Erwerbsbiographien der Frauen erhalten zwangsweise einen Bruch, die vieler Männer auch. Weder hat die bisherige Tätigkeit zu einem komfortablen Polster geführt, noch kann ein Erwerbstätiger, wie in den sechziger Jahren in der BRD, die Familie problemlos über Wasser halten. 57 Prozent der Akademiker gaben 2006 an, dass „berufliche Sicherheit“ das wichtigste Kriterium für die Erfüllung des Kinderwunsches ist. Die Unsicherheit junger Absolventen ist aber mittlerweile so groß, dass kaum langfristige Pläne möglich sind. Diese prekäre Situation führt dazu, dass ein Großteil des Lebens nach dem Job ausgerichtet wird – obwohl der häufig schlecht bezahlt ist.

Wie kann da von Selbstverwirklichung die Rede sein? Immer seltener wird diese im Job erreicht. Nicht wenige Akademiker sind arbeitslos, für Jobs überqualifiziert oder fristen in Dauerpraktika ein tristes Dasein. Und privat? Wer hat bei all dem Druck die Zeit und Muße, Hobbies und Leidenschaften auszuleben? Wer engagiert sich gern ehrenamtlich und unterstützt andere, wenn er sich vordergründig selber helfen muss? Wer wundert sich noch über mangelndes Interesse an Politik und Gesellschaft und drückt uns den Stempel „unpolitische Generation“ auf, wenn wir nahezu gezwungen werden, pausenlos an uns zu denken?

Welche Konsequenzen ziehen junge Menschen daraus? Wie entwickelt sich ihre Berufswahl? Studium oder Ausbildung? Wenn Studium, welche Fächer? Die Hans-Böckler-Studie erfuhr, dass 90 Prozent der befragten Absolventen rückblickend wieder studieren würden, jedoch nur noch 62 Prozent das selbe Fach. Fast schon zynisch erscheinen Kommentare, die Absolventen eine Mitschuld an Dumpinglöhnen und Arbeitslosigkeit geben: Zum Einen müssten sie aufhören, jede Praktikumsstelle anzunehmen, weil sie damit ihre eigene Arbeit entwerten und die ihrer Leidensgenossen gleich mit, zum Anderen sollten sie ihre Studienfächer stärker nach dem Arbeitsmarkt ausrichten. Eine Gesellschaft kann aber nicht nur aus Pharmazeuten, Ärzten, Juristen und Unternehmensberatern bestehen! Auch andere Beispiele widersprechen: Ende der 90er Jahre war der Markt für Informatiker übersättigt – nicht wenige haben dennoch das Fach studiert und sind gut damit gefahren. Wie viele gutbezahlte Banker mit Top-Jobs haben im Zuge der Finanzkrise, teils zurecht, ihren Job verloren? Solche Dinge sind kaum planbar. Und was die Praktika betrifft, da scheut sich die Politik seit Jahren, klare Richtlinien festzulegen, um der Ausbeutung einen Riegel vorzuschieben. Die Akademiker jedoch wollen nicht arbeitslos werden, sich empfehlen und einbringen, nicht zu Hause sitzend intellektuell abstumpfen. Wer mag ihnen das verdenken?

Was wird aus Kinderwünschen? 2005 forderte die FDP Akademiker auf, mehr Kinder zu bekommen. Ich frage: Wie soll das gehen? Nur sechs bis sieben Prozent der Akademiker bekommen ein Kind während des Studiums. Das heißt in der Regel: Bis nach dem Abschluss warten und darauf hoffen, dass auf „keine Herrenjahre“ nicht „weiter keine Herrenjahre“ folgen, sondern ein sicherer Job. Garantien gibt es sicher keine, die gab es auch früher nicht. Die Welt wandelt sich, der Arbeitsmarkt tut es ihr gleich. Flexibilität ist wichtig und wird von den Akademikern auch immer öfter gelebt. Nur darf Flexibilität nicht zu Prekarität führen. Aktuell sieht es für immer mehr Uni-Absolventen allerdings danach aus, erst recht, wenn man bedenkt, dass die Studierendenzahlen weiter steigen.

Und was ist mit dem Wohlstand? Noch bekommen viele Studenten gute Jobs, mit Perspektive und angemessener Entlohnung. Für sie stellt sich die Frage nach dem Wohlstand nicht, weil er eine logische Konsequenz ist. Für den anderen, stetig wachsenden Teil der Akademiker aber stellt sich die Frage aus einem anderen Grund nicht: Weil nicht einmal grundlegende Bedürfnisse auf Dauer gesichert sind. Wenn man sich dies vor Augen führt, mutet es geradezu grotesk an, dass auch diese Jung-Absolventen sich bereits Gedanken um ihre Altersvorsorge machen sollen.

Die Frage nach dem Umgang mit diesen Entwicklungen kann nur individuell beantwortet werden. Ich denke, dass die Bundesrepublik Deutschland erhebliche Probleme bekommen wird, wenn diese Prozesse sich fortsetzen, und zwar eine Elite, die immer mehr leistet, aber immer weniger vom Wohlstandskuchen abbekommt.

Ich mache mir jetzt einen Kaffee und setze mich dann an meine Bewerbungen. Dazu gibt es Schwarzwälder Kirschtorte. Mhmmm! Davon nehme ich mir ein großes Stück…

Ergänzend dazu:

Einstiegsgehalt von Absolventen

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Auf Nummer unsicher

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Über Alexander(s)platz

Berliner, Soziologe, Historiker, Blog-Azubi
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4 Antworten zu EIN stückchen vom KUCHEN

  1. Alexberlinblog schreibt:

    Hey Maddin,

    ja, ich denke, dass die Ingenieure noch recht gut wegkommen, liegt daran, dass es sich um bundesweite Zahlen handelt. Da ist Berlin offenbar ein krasser Ausreißer, wird aber von anderen, besser bezahlenden, Bundesländern ausgeglichen.
    In Berlin kommen in meinen Augen drei Dinge negativ zusammen:

    1. Die Notwendigkeit, nahezu jeden Job zu schaffen, um Sozialkosten zu drücken und im Gegenzug (im besten Fall) Steuerneinnahmen zu erhöhen.

    2. Die Tatsache, dass aufgrund der vielen Unis (4 in Berlin/Potsdam, dazu HTW und die vielen FH’s) viele Studenten im Großraum Berlin leben, sorgt für gut ausgebildete Absolventen – und diese in großer Zahl. Nur so lässt sich ja auch der Start-Up-Boom in Berlin erklären. Es sind einfach viel Wissen und Kreativität in Berlin beheimatet.

    3. Das geringe Lohnniveau. Nicht umsonst kommen ja viele Unternehmen nach Berlin. Auch in Bezug auf die Start-Ups ist dies ein gewichtiges Argument. In Berlin, wo man sich mit vielen Praktikanten oder geringfügig Beschäftigten umgeben kann, ist die Start-Up-Phase eines Unternehmens natürlich viel flexibler zu gestalten. Und, da ich gerade mit vielen solcher Unternehmen zu tun habe, weiß ich auch, was die so zahlen (oder eben auch nicht). Des Weiteren drücken die vielen Studentenjobs natürlich auch auf den Arbeitsmarkt. Als ich im Einzelhandel tätig war, waren von den 100 Angestellten des Marktes, 70 Pauschalkräfte (Studenten, teils Schüler).

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    • Maddin schreibt:

      Hey Alex,
      zu 2. so eine hohe Dichte an Hochschulen sehe ich jedoch auch in anderen Städten und Metropolregionen….von daher sehe ich darin weniger die Ursache.
      zu 3. Das Lohnniveau ist einfach nur die Folge des Überangebots an Fachkräften.
      Bleiben wir bei den technischen Berufen.
      Hier zeigt sich ganz klar die Folge des zweiten Weltkrieges und der daraus resultierenden Besatzungszone.
      Diese veranlasste die damals in Berlin angesiedelte Industrie aus Angst vor Engpässen im Arbeitsmittelnachschub abzuwandern. Und das ausgerechnet zu einer Zeit in der aufgrund des Marshall Plans auch noch das deutsche Wirtschaftswunder eingeleitet wurde (natürlich nur in D – West).
      Hierbei entstand um die großen Industriezweige eine komplette Zulieferer-Infrastruktur (wird meist unterschätzt. Meine Erfahrung zeigt das pro Platz beim Automobilkonzern rund 10 Arbeitsplätze nochmal auf den Zulieferbereich entfallen).
      Und genau da liegt der Haken heute.
      Warum sollte eine komplette Branche denn nach Berlin umziehen? Wo doch alle Zulieferer und deren Know How um die Ecke sitzt und über Jahrzehnte gewachsen ist.
      Es bleibt also nur die Möglichkeit neu entstehende Branchen in den neuen Ländern anzusiedeln (wie z.b. bei regenerativen Energien geschehen).
      Auch die Hochschulen haben sich über die Jahrzehnte dahingehend ausgerichtet.
      Top 3 Branchen in Deutschland sind Chemie, Maschbau und Automotive. Diese sind fast alle ausnahmslos in NRW,BaWü und Bayern. Hier finden sich auch die drei großen Talentschmieden der Industrie: RWTH Aachen, TU Karlsruhe, TU München.
      Du siehst es ist also ein sehr viel komplexeres Problem und es wird sich die nächsten 30-50 Jahre so schnell nichts ändern / ändern können.

      Dabei fällt mir ein das z.B. Köln einen perfekten Mix darstellt. Dort hast du Funk und TV. Die größte Uni der BRD. Aber auch viel Industrie vor der Tür (z.B. Ford, Bayer, Henkel, Linde, Air Liquide etc und die ganzen Zulieferer). Und in Berlin? Nicht einen Dax-Konzern 😦

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      • Alexberlinblog schreibt:

        Mensch Maddin,

        hast ja echt Ahnung davon. Naja, als geschichtsbegeisterter Ingenieur wohl verständlich. 😉

        Ja, es stimmt schon, dass die großen deutschen Unternehmen, abgesehen von Repräsentativbauten, kaum in Berlin präsent sind. Allerdings ist die Entlohnung selbst in Sektoren, in denen es in Berlin gut läuft, sehr mäßig (Tourismus, Gesundheit, Informationstechnik sowie Journalismus (Print, Funk, Fernsehen). Auch da wird ein Gutteil der Arbeit durch prekäre Beschäftigung bewerkstelligt.
        Ich stimme dir aber voll zu, dass sich in den nächsten Jahren kaum etwas daran ändern wird.

        Schau mal hier:

        http://www.berlin.de/wirtschaft/wirtschaftsstandort/zukunftsbranchen-cluster/

        Da klingt alles total rosig. 😀

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  2. Maddin schreibt:

    Ich fühle mich hier arg vernachlässigt, denn ich denke die Gruppe der Ingenieure ist wohl die mit der % höchsten Beschäftigungsrate im gesamtdeutschen Durchschnitt. Jedoch verrät dies auch gleich, dass innerhalb Deutschands auch regional ganz große Unterschiede herrschen.
    Beispiel Jungingenieur Berlin: 1x Jobposition, 200 Bewerber, Jahresgehalt: 24.000 (brutto)
    Beispiel Jungingenieur NRW/BaWü/Bayern: 20x Jobposition, 5 Bewerber, Jahresgehalt: 45 – 60.000 (brutto). Jedoch gibt es im Ing. Bereich eigentlich keine Praktika nach dem Studium. Es führt fast immer zur Vollzeitstelle.
    In diesem Zusammenhang ist mir die letzten 5 Jahre aufgefallen, dass die Preissteigerungen aller Produkte in den alten Bundesländern nur im Bereich der Realinflation liegt, jedoch Berlin einen kräftigen Anstieg erfahren hat (Mieten, Essen, Freizeitaktivitäten) bei dann gleichbleibend niedrigem Lohnniveau.
    Um es kurz zu machen…ich liebe meine Heimat Berlin, aber ich hasse deren Arbeitgeber!

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